|
 |
 |
|
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 1.346 € |
1.319 € |
+26,60 € |
+2,02 % |
27.04/17:35 |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0007030009 |
703000 |
- € |
- € |
| |
|
|
| |
|
|
| |
Rheinmetall halten 10.11.2006
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Roland Könen, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Rheinmetall-Aktie (ISIN DE0007030009 / WKN 703000) unverändert mit dem Rating "halten" ein.
Rheinmetall habe vor wenigen Tagen die Daten für die ersten neun Monate 2006 bekannt gegeben, die ergebnisseitig leicht enttäuscht hätten. Während der Bereich Defence im operativen Ergebnis nach drei Quartalen mit 43 Mio. Euro (EBIT-Marge: 4,7% nach 3,6% im Vorjahr) über den Schätzungen der Analysten von 37 Mio. Euro gelegen habe, habe das EBIT im Automotive-Bereich mit 74 Mio. Euro (EBIT-Marge: 4,5% nach 6,6%) unter ihren Prognosen von 85 Mio. Euro gelegen.
Entscheidend hierfür seien deutlich höher als erwartete Belastungen von der Rohstoffkostenseite als zunächst angenommen gewesen. Die Belastungen hätten sich nach Unternehmensangaben auf rund 17 Mio. Euro summiert. Darüber hinaus hätten höhere Energiekosten und Restrukturierungsmaßnahmen belastet, wobei bei letzteren auch noch im vierten Quartal angabegemäß weitere Aufwendungen zu erwarten seien.
Wie bereits zum Halbjahr zu erkennen gewesen sei, hätten die Auftragseingänge im Konzern auch nach neun Monaten in 2006 noch hinter den Vorjahreszahlen (2,5 Mrd. Euro gegenüber 2,7 Mrd. Euro) gelegen. Zu beachten sei jedoch, dass im Defence-Bereich (853 Mio. Euro gegenüber 1,15 Mrd. Euro) in der Vorjahresperiode in der ersten Jahreshälfte hohe Ordereingänge (insbesondere Schützenpanzer Puma) hätten verzeichnet werden können. Im laufenden, vierten Quartal erwarte das Management jedoch hier größere Aufträge, so dass diese im Gesamtjahr über dem Vorjahreswert liegen sollten.
Aufgrund der aktuell höher als erwarteten Belastungen bei den Rohstoffpreisen, insbesondere im Automotive-Bereich, habe das Management seine Aussagen zur Ergebnisentwicklung für den Konzern in 2006 nach unten revidiert. Die Gesamtbelastung bei den Rohstoffpreisen im Automotive-Bereich dürfte angabegemäß im Gesamtjahr bei 20 Mio. Euro liegen und werde nicht von den steigenden Gewinnen im Bereich Defence vollständig kompensiert werden können, so dass das Konzernergebnis 2006 unter dem Vorjahreswert liegen werde. Zuletzt habe das Management unter der Voraussetzung einer Beruhigung der Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten noch von einer stabilen Ergebnisentwicklung gesprochen, was die Analysten jedoch schon damals skeptisch eingeschätzt hätten.
Für den Automotive-Bereich erwarte die Gesellschaft im Gesamtjahr 2006 daher zwar ein merkliches Umsatzwachstum, jedoch ein deutlich unter dem Vorjahr liegendes Ergebnis. Für das vierte Quartal habe das Management dennoch über dem dritten Quartal liegende operative Ergebnisbeiträge avisiert. Im Bereich Defence erwarte der Konzern unverändert ein überdurchschnittliches Wachstum im Umsatz und Auftragseingang sowie eine Verbesserung der Ergebnisse.
Aufgrund der über den Erwartungen der Analysten liegenden Belastungen im Bereich Automotive habe man seine Planungsrechnung für 2006 überarbeitet und die Schätzungen für 2007 und 2008 adjustiert. Insgesamt würden die Analysten ihre Ergebnisschätzung je Aktie für 2006 von 3,58 Euro auf 3,16 Euro reduzieren. Für 2007 ergebe sich eine leichte Reduzierung von 4,77 Euro auf 4,63 Euro, wohingegen die 2008er-Schätzung stabil bei 5,34 Euro bleibe.
Nach Erachten der Analysten sei es für den mittel- bis langfristig engagierten Investor jedoch entscheidend, dass die Gesellschaft ihre mittelfristigen Ziele eines durchschnittlichen Umsatzwachstums von 5%, einer EBIT-Marge von 9% sowie eines ROCE von 20% (jeweils bis spätestens 2010) bestätigt habe. Bei auch in 2007 von den Analysten aufgrund der aktuellen Auftragsbestandsentwicklung erwarteten Umsatz- und Ergebnisverbesserungen des Defence-Bereiches, gehe man konzernweit von wieder deutlich steigenden Gewinnen aus.
Im Bereich Automotive könnte es zwar zu weiteren Restrukturierungsmaßnahmen kommen, infolge sich etwas beruhigender Rohstoffmärkte und entsprechend zeitversetzten Preisgleitklauseln dürften jedoch die Belastungen von der Materialkostenseite im kommenden Jahr nach Erachten der Analysten überschaubar sein.
Mit Blick auf die diversen Diskussionen über eine Konsolidierung des deutschen Rüstungsmarktes habe das Rheinmetall-Management bestätigt, unverändert in Gesprächen mit Kraus Maffai Wegmann (KMW) zu sein. Angabegemäß werde seitens des Konzerns bis Ende 2006 eine Entscheidung getroffen, ob mittelfristig überhaupt eine Transaktion bzw. ein Zusammengehen möglich sei. Positive Nachrichten diesbezüglich könnten der Aktie nach Erachten der Analysten wieder etwas Auftrieb verleihen, wohingegen eine negative Entscheidung auch vom Kapitalmarkt negativ aufgenommen werden könnte.
Trotz der leichten Prognosereduktion halten die Analysten vom Bankhaus Lampe an ihrem Kursziel auf Jahressicht von 60 Euro fest und bestätigen ihre Empfehlung mit "halten" für die Rheinmetall-Aktie. (10.11.2006/ac/a/d)
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|